Eine Datenleitung überträgt Signale und Daten statt Energie. Datenleitungen bestehen aus paarweise verseilten, meist geschirmten Kupferadern für niedrige Betriebsspannungen und werden für Netzwerkverkabelung, Telefon- und Brandmeldeanlagen, KNX-Bussysteme sowie Mess- und Steuersignale eingesetzt.
Die Bauart folgt aus dem System, das Sie anschließen. Entscheidend sind Übertragungsfrequenz, Schirmung, Aderdurchmesser und die Normvorgabe des Gewerks.
Die Busteilnehmer selbst finden Sie unter KNX-Systemgeräte, mehrpolige Leitungen für Maschinen und Anlagen unter Steuerleitungen.
Die Bezeichnungen LAN 1000, 1200 und 1500 nennen die Frequenz in MHz, bis zu der das Kabel spezifiziert ist. Bei S/FTP ist jedes Adernpaar mit Metallfolie geschirmt (PiMF), zusätzlich umgibt ein Geflecht alle vier Paare. Das senkt das Nebensprechen und schützt die Übertragung vor Störfeldern benachbarter Energieleitungen. Für Flucht- und Rettungswege wählen Sie einen halogenfreien FRNC-Mantel, der im Brandfall keine korrosiven Gase freisetzt. Die verlegte Strecke prüfen Sie anschließend mit einem Netzwerktester.
J-Y(St)Y und KNX-Busleitung sind für die feste Verlegung in trockenen und feuchten Räumen bestimmt. Der statische Schirm aus kunststoffkaschierter Aluminiumfolie wird über den mitgeführten Beidraht kontaktiert. Teilen sich Bus- und Netzleitung eine Dose oder einen Kanal, sind Trennung und Abstand zwischen beiden Kreisen konsequent einzuhalten.
Für die feste Gebäudeverkabelung setzen Sie ein S/FTP-Verlegekabel mit massiven Adern ein, das auf Patchfeld und Datendose aufgelegt wird. Die Übertragungsfrequenz des Kabels sollte über der Anforderung der eingesetzten Komponenten liegen. Flexible Patchkabel sind nur für die Verbindung zwischen Dose und Endgerät vorgesehen.
J steht für Installationsleitung, das erste Y für die PVC-Aderisolierung, (St) für den statischen Schirm aus Aluminiumfolie und das letzte Y für den PVC-Mantel. Die Leitung ist damit für die feste Verlegung im Fernmelde- und Signalbereich ausgelegt, nicht für Starkstromkreise.
Nur mit Trennung. DIN EN 50174-2 legt Mindestabstände zwischen informationstechnischer Verkabelung und Energieleitungen fest. Im gemeinsamen Kabelkanal übernimmt ein Trennsteg diese Aufgabe. Geschirmte Leitungen erlauben dabei kleinere Abstände als ungeschirmte.
In Brandmeldeanlagen setzen Sie die als Brandmeldekabel gekennzeichnete J-Y(St)Y ein, damit die Leitung bei Wartung und Erweiterung eindeutig erkennbar bleibt. Wo Funktionserhalt im Brandfall gefordert ist, genügt diese Datenleitung nicht, dann sind Kabelanlagen mit geprüftem Funktionserhalt nach DIN 4102-12 nötig.